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Ein Tag zum Thema „Dialog“

Samstag, 2. Dezember 2017 | 10:00-18:00

„Mut ist, was es braucht,
um aufzustehen und seine Meinung zu sagen.
Mut ist auch, was es braucht,
sich hinzusetzen und zuzuhören.“
Sir Winston Leonard Spencer-Churchill

Thementag DIALOG

Methoden und praktische Übungen für erfolgreiche Kommunikation in Firmen u. Betrieben, Vereinen u. Initiativen, Familien und Partnerschaften: Wie es wirklich gelingen kann, miteinander zu reden.

Eine thematische Säule des Heilhauses ist – neben Gesundheit und Spiritualität – das Leben in Gemeinschaft. Nachdem wir uns beim ersten Thementag um das Thema Gesundheit – speziell um den Bereich „Rund um die Geburt“ – ausgetauscht haben, geht es beim zweiten Thementag um den Dialog. Für tragende Formen des Lebens in Gemeinschaft – sei es im Arbeitsalltag oder im Privaten -, spielt der Dialog eine sehr wichtige Rolle. Daher soll es beim nächsten Thementag um Methoden und praktische Übungen gelingender Kommunikation gehen.

Wir möchten alle einladen, die sich an diesem Tag wertvolle Anregungen holen und neue Kompetenzen aneignen möchten. Es wird inspirierend und spannend. Denn Kommunikation ist das, was meist – trotz anderer Erwartungshaltung – nicht so klappt, wie wir es uns wünschen.

Wie kann also Kommunikation gelingen und dabei zu einem besseren Verständnis, zu einer freudvollen Zusammenarbeit oder einem besseren Zusammenleben führen?

Diesen Fragen wollen wir am Samstag, den 2. Dezember 2017 an unserem „Thementag zum Dialog“ aus unterschiedlichen methodischen Perspektiven mit praktischen Anwendungen nachgehen.

„Die Verwirklichung des Menschen geschieht im Dialog:
in der doppelten Fähigkeit, zu reden und zuzuhören,
zu antworten, aber auch darin, sich vom Wort treffen zu lassen.
Anders gesagt: Dialog, das meint die Bereitschaft zur Kooperation.“

August Heinrich Henckel von Donnersmarck


10:00 bis 12:00 Uhr Reinhold Ziegler
12:00 bis 14:00 Uhr Helga Hentschel
14:00 bis 16:00 Uhr Marlies Förster
16:00 bis 18:00 Uhr Stefanie Krüger


Reinhold Ziegler: Zwiegespräche

Reinhold Ziegler

Studium Sozialwesen, Wirtschaftsingenieur,  Sozialmanagement;
Dipl. Sozialpädagoge tätig in der Beratung für Menschen
mit besonderen sozialen Schwierigkeiten und als Mediator
www.gfk-hh.de

 

Zwiegespräch –

Was ich für mich und meine Beziehung tun kann.
Eine Einführung für Paare und Einzelpersonen.
Es bedarf schon Mut, sich selbst und (einem geliebten) Menschen zu begegnen.
Die Zwiegespräche sind wie eine Meditation zu zweit, mit Worten und mit Schweigen.

Die zentrale Frage ist: Was bewegt mich im Moment?

Für wen sind Zwiegespräche?
Für zwei, die sich nahe stehen und die Veränderungsprozesse gestalten wollen.
Umzug, Arbeitsplatzwechsel, Geburt oder Auszug der Kinder, Rente, Krankheit/Therapie.
Meist sind es Paare, aber auch Eltern/Kind, Geschwister, Freunde, Kollegen.

Welche Hilfestellung bieten mir die Zwiegespräche?
Sie schärfen den Blick auf die aktuelle Situation. Erhöhen den Gestaltungsspielraum für die eigene Entwicklung. Gleichzeitig wird der Kontakt zum Partner vertieft.

Woher stammen Zwiegespräche?
M. L. Moeller  begleitete wissenschaftlich Selbsthilfegruppen und war Familientherapeut. Er entwickelte in den 80er Jahren ein Instrument, das er als „Hausaufgabe“ Paaren in seinen Therapien mitgab. Innerhalb der fast 30 Jahre hat sich das Zwiegespräch als eine nützliche und erfolgreiche Methode erwiesen.
Das Zwiegespräch ist ein einfaches (mit wenigen Regeln) und gleichzeitig sehr tiefgehendes Instrument der Paarkommunikation.
Es schärft sowohl den Blick nach innen und führt zu einem tiefen Verständnis des Gegenübers.

Eingeladen sind Paare und Einzelpersonen, die sich einem anderen öffnen wollen, Gedanken und Gefühle mitteilen und es als Werkzeug für die (kommende) Beziehung nutzen möchten.

Mit wenigen Regeln wird ein Freiraum erschaffen, der die eigene Sicht nach innen ermöglicht und dies zum Geschenk für sein Gegenüber macht.

Reinhold Ziegler lernte 1999 die Zwiegespräche kennen und besuchte mehrere Seminare bei Moeller in Bremen. Sie wurden für einige Jahre fester Bestandteil in seinem Leben. In seiner Seminarserie: >gesagt – gehört – gestritten< nehmen die Zwiegespräche, neben >Gewaltfreier Kommunikation< und dem >Inneren Team< einen wichtigen Platz ein.


Gewaltfreie Kommunikation

Helga Hentschel

Lern- und Lebensberaterin
Abgeschlossenen Berufsausbildung: Grundschullehrerin
Kundalini Yogalehrerin seit 1991
Touch for Health Instruktorin und Kinesiologische Beraterin seit 1995
Trainerin der Gewaltfreien Kommunikation seit 1995,
zertifizierte Trainerin seit 2011
www.helga-hentschel.de

Gewaltfreie Kommunikation

Die von Dr. Marshall B. Rosenberg begründete (und ausgearbeitete) Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein besonders) wirkungsvoller Zugang zur Auflösung von Konflikten, der sich in den vergangenen 50 Jahren in über 60 Ländern weltweit (sehr gut) bewährt hat.

Im Mittelpunkt stehen das Erspüren und Ausdrücken der eigenen Gefühle und Bedürfnisse in Verbindung mit einer konkreten Bitte. Ebenso wichtig ist die sensible, (empathische) Wahrnehmung und Berücksichtigung der Gefühle und Bedürfnisse der Anderen.

Unter Gewalt versteht die GFK das (alte) Konzept des Denkens und Sprechens, welches moralische Urteile (gut und böse, richtig und falsch, kompetent und inkompetent) enthält, oder wenn es ausschließlich um die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der anderen geht.

Im täglichen Umgang mit Menschen und Situationen durchlebt jeder von uns viele Facetten von Empfindungen: Bei Ärger, Enttäuschung oder Wut reagieren wir nur allzu oft mit Angriff, Schweigen oder Rückzug. Wir zahlen dafür einen hohen Preis, weil wir die authentische Verbindung zu unseren Partnern, Kindern oder Kollegen verlieren.

Diesen ausgetretenen Pfad zu verlassen und eine Wahrnehmung und Sprache der erfüllten oder unerfüllten Bedürfnisse zu finden und einzuüben, ist ein höchst spannender Beitrag zu einer neuen und wertschätzenden Kommunikationsform: „… unsere Verbindungen so zu gestalten, dass wir unsere jeweiligen Bedürfnisse verstehen und schätzen und gemeinsam Wege finden, wie wir sie einvernehmlich erfüllen können.“ (Dr. M. Rosenberg).

Weltweit ist diese neue Kommunikationsform seit Jahrzehnten (zur Schlichtung) praktiziert worden. Dazu gehörten Friedensgespräche u.a. zwischen verfeindeten Bevölkerungsgruppen in Nigeria und zwischen Israelis und Palästinensern ebenso wie Auseinandersetzungen in Schulen oder zwischen Straßengangs und Behörden sowie Trainings in Unternehmen, sozialen Einrichtungen oder für die Öffentlichkeit.


Debatte – Diskussionen oder DIALOG

Marlies Förster

Gründungsdirektorin der beiden Ayurveda Health Home-Kliniken in Nepal
38 Jahre Mitarbeit in bundespolitischer Gesetzgebung,
Unterstützung der Einführung von Studiengängen in der Pflege
Jin Shin Jyutsu Künstlerin

 

 

Gibt es einen Friedensnobelpreis für einen Dialogprozess?

Ja: 2015 erhielt das Dialogquartett in Tunesien den Friedensnobelpreis, weil sie einen Bürgerkrieg, eine nationale Katastrophe verhinderten. Zum Quartett gehören: der Gewerkschaftsbund, die Arbeitgebervertretung, die Tunesische Liga für Menschenrechte und die Nationale Anwaltskammer von Tunesien.

Die Tunesier hatten sich für die Dialogform nach David Bohm entschieden: durch eine Haltung der Offenheit die sich verändernde Qualität des Zuhörens zu kultivieren und lösungsorientiert die unterschiedlichen Meinungen zu gestalten.

David Bohm war Quantenphysiker (1917 – 1992) und ist der Vater des Dialogprozesses. Während es in einer Diskussion (lateinisch von discutere = zerschlagen, zerteilen, zerlegen) darum geht, die Ganzheit auseinanderzunehmen, zu sezieren, hat ‚Dialog‘ (griechisch von Dia = durch, Logos = Wort) für Bohm die Bedeutung eines ‚freien Sinnflusses, der unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns fließt‘.

David Bohm sagt: Wir schlagen vor, gemeinsam zu erkunden, was jeder von uns sagt, denkt, fühlt. Darüber hinaus aber auch die tiefer liegenden Beweggründe, Annahmen, Glaubenssätze, die dieses Sagen, Denken und Fühlen bestimmen.

Ein Dialog ist mehr als ein nettes Gespräch. Es ist „ein Gespräch, in dem von eigenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen die Rede ist. Ein Gespräch in Ruhe, ohne unterbrochen zu werden. Ein Gespräch, in dem ich nicht nur bereit bin, dir zuzuhören sondern mehr als das: Ich will erfahren, was du denkst und woher deine Gedanken kommen. Dialog bedeutet, in Beziehung sein, sich seinem Gegenüber zu öffnen, von Herzen zu sprechen. Dialog ist ein Raum, für das, was jetzt ist. Das schafft ein unglaubliches Potential in einer Gruppe, ermutigt zum gemeinsamen Denken. Altes darf sich ändern. Neue Handlungsräume können entstehen.“ (Benno Kapelari)

Im Heilhaus Lüneburg wollen wir einen Versuch wagen, einen Dialog miteinander zu erleben, ihn zu gestalten. Wir sitzen im Kreis. Seit alters her gilt das Kreissitzen als eine Möglichkeit miteinander in Augenhöhe ins Gespräch zu kommen. Der Dialogkreis ist inklusiv. Wir sind alle gleich. So entsteht ein Feld der Offenheit und des Respektes durch qualitatives SEIN. Man könnte auch sagen: a leader in every chair.

Bestandteile des Dialogs sind Klarheit über die Intention und Vertrauen sowie das offene Zuhören und das offene Sprechen. Wichtig ist das Zuhören, wenn eine Person spricht. Die sprechende Person holt sich aus der Mitte des Kreises den sogenannten Redestab oder den Redestein. Alle anderen hören zu. Die Regel des Sprechens lautet: Sprich vom Herzen und fasse dich kurz.
Dialog heißt, mit den Augen eines anderen sehen zu lernen.


Zum Umgang mit Konflikten im Beruf

Stefanie Krüger

Abgeschlossenes Studium der Geschichte und Erziehungswissenschaft.
Leitende Verwaltungsangestellte an der Universität Hamburg.
2014 bis 2016 geschäftsführender Vorstand im Tibetischen Zentrum e.V.
Seit 2008 innerbetriebliche Konfliktberaterin und Mediatorin an der Universität Hamburg.
Selbständige LOMI-Praktikerin (www.lomi-massagekunst.de) seit 2008.
Seit 2009 Beschäftigung mit Jin Shin Jyutsu.

Ärger auf der Arbeit – wer kennt das nicht?

Und dabei ist es egal, ob ich Arbeitnehmer*in bin oder Arbeitgeber*in, ob ich im Team organisiert bin oder mich in einem hierarchischen Gefüge bewege. Wo Menschen sind, da menschelt es ganz gewaltig und das ist im Arbeitskontext oft belastend und hemmend. Dabei sind Konflikte ein Anzeichen von Vertiefung und können eine Chance darstellen, miteinander wahrhaftiger und treffender umzugehen.

Wegsehen, verleugnen, verharmlosen, beschwichtigen, Pflaster kleben, drüber hinweggehen, Wutanfälle bekommen, sich krank zu melden, Probleme in sich hineinzufressen usw. sind immer nur faule Kompromisse. Diese bilden keine hilfreichen Strategien, die langfristig zu Lösungen führen. Eher im Gegenteil. Konflikte eskalieren dann immer weiter, sei es nun feurig, schwelend oder sie treiben ihr übles Spiel erkaltet im dunklen Untergrund. Beziehungen und die Gemeinschaft leiden darunter. Vom Arbeitsergebnis her ganz zu schweigen.

Konfliktbearbeitung und -klärung im beruflichen Kontext sind keine Art der Therapie oder Selbsterfahrung. In der Konfliktberatung und Mediation geht es darum, mithilfe einer neutralen dritten Person (der/dem Konfliktberater*in oder Mediator*in) einander besser zuzuhören, sich dem Gegenüber verständlich zu machen, die eigenen Wahrheiten zu akzeptieren und gemeinsam andere Lösungen zu (er-)finden. Das eigene Konfliktverhalten wird verständlicher und es werden Angebote gemacht, die eigene Konfliktfähigkeit zu verbessern, denn: Konflikte gibt es immer und überall. Wichtig ist, wie wir damit umgehen können und wie daraus eine tragende (Arbeits-)Gemeinschaft erwachsen kann.

In dem Workshop soll kurz auf die Bedeutung des Konfliktmanagements, der Mediation und der Konfliktklärungshilfe im Arbeitskontext eingegangen werden. Dabei sind Arbeitnehmer*innen genauso angesprochen wie Arbeitgeber*innen und Personen in Leitungspositionen. Es werden Methode und Ablauf einer Konfliktberatung bzw. Mediation erläutert und anhand von praktischen Beispielen und Übungen ein lebendiger Eindruck dieser Vorgehensweise vermittelt.


 

Details

Datum:
Samstag, 2. Dezember 2017
Zeit:
10:00-18:00

Veranstaltungsort

Heilhaus Lüneburg
Am Markt 4
21335 Lüneburg, Deutschland

Veranstalter

Heilhaus Lüneburg
Telefon:
0171 - 12 90 737
E-Mail:
info@heilhauslueneburg.de
Website:
www.heilhauslueneburg.de

Weitere Angaben

Spendenvorschlag
20,- €
Eintritt
frei